Bedrohte Arbeitsplätze in Bremer Stahlwerk

Anlässlich des Zollstreits mit den USA sowie wachsender Billigimporte aus Fernost ist die Stahlindustrie in Europa großen Herausforderungen ausgesetzt, denn die dortigen Auftragsvolumina sind in den letzten Jahren drastisch gesunken. In Reaktion darauf drosselte das örtliche Bremer Stahlwerk von Arcelor-Mittal die Produktion bereits mehrfach und kündigte zukünftig weitere einschneidende Maßnahmen an. Anfang 2019 verkündete das Unternehmen bereits die verpflichtende Aufnahme von Kurzarbeit für ein Drittel der Mitarbeiter. Dadurch sollen in dem Bremer Werk möglichst viele Arbeitsstellen aufrechterhalten sowie den Auszubildenden weiterhin eine Perspektive für die Zukunft gegeben werden. Vermehrt werden in Bremen jedoch inzwischen auch Stimmen laut, die eine politische Unterstützung für das örtliche Stahlwerk fordern.

Forderung nach politischen Rettungsmaßnahmen

Bundesweit hat sich bereits eine Allianz aus elf Bundesländern mit Stahlstandorten gebildet, welche fordert, dass sich die Bundesregierung bei der Europäischen Union dafür einsetzen solle, dass auf Billigstahlimporte, wie z.B. aus China oder der Türkei, eine CO2-Steuer erhoben wird. Auch soll die Bremer Landesregierung das dortige Stahlwerk bei der Umstrukturierung hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion unterstützen. Insbesondere belasten auch die hohen Umweltauflagen der Europäischen Union die Stahlproduzenten in Europa. Zwar besteht in der Bremer Landesregierung grundsätzlich die Bereitschaft, Hilfen für das örtliche Stahlwerk zur Verfügung zu stellen, jedoch geht die Haushaltsplanung nur schleppend voran.

Ausblick in die Zukunft der Stahlindustrie

Mittelfristig scheint sich keine positive Entwicklung für die Stahlindustrie abzuzeichnen. Eine Rezession in der Stahlindustrie würde den Bremer Arbeitsmarkt, der stark auf Exporte orientiert ist, jedoch stark treffen. Bei einer Einstellung der Stahlproduktion würden etwa 4.000 Beschäftigte ihre Anstellung verlieren, denn Arcelor-Mittal ist einer der größten privaten Arbeitgeber der Stadt. Von Seiten der Politik ist daher ein schnelles Handeln erforderlich, insbesondere muss der Import von subventioniertem Billigstahl möglichst schnell eingedämmt werden. Langfristig gesehen ist es jedoch hauptsächlich Aufgabe der Stahlhersteller, nach innovativen Produktionsmöglichkeiten zu suchen oder Investitionen in andere Produktionslinien zu tätigen.