Bremer Aktionsplan für Alleinerziehende

Die Bremische Bürgerschaft hat Ende September 2019 den Senat aufgefordert, einen Aktionsplan zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation Alleinerziehender zu erstellen. Denn in der Freien Hansestadt Bremen sind zwei von drei Alleinerziehenden auf Grundsicherung angewiesen, was die höchste Quote bundesweit darstellt. In einem Bremer Aktionsplan für Alleinerziehende soll ein Arbeitsmarktprogramm konzipiert werden, das die Angebote des Bremer Jobcenters besser an die Bedürfnisse der Alleinerziehenden anpasst und einen Ausbau der Kinderbetreuung vorsieht.

Konkret beinhaltet der Antrag für den Aktionsplan arbeitsmarktpolitische Vorschläge, wie etwa die Erhöhung der Angebote von schulischen Ausbildungen in Teilzeit sowie flexiblen Ausbildungsmodellen bei öffentlichen Unternehmen. Für die Zukunft soll auch für private Unternehmen die Einstellung von Alleinerziehenden attraktiver gemacht werden. Problematisch ist, dass Alleinerziehende häufig als sogenannte Risikoarbeitnehmer betrachtet werden, da angenommen wird, dass sie aufgrund der Kindererziehung oft ausfallen.

Kritik am geplanten Bremer Aktionsplan

Es wird jedoch bereits jetzt Kritik an dem geplanten Aktionsplan geäußert. Es wird bemängelt, dass es in dem Antrag an einer Forderung nach erzieherischen Hilfen, etwa in Form von Erziehungsberatern, Familienhelfern oder Heimunterbringung fehlt. Dagegen wird jedoch vorgebracht, dass der Bedarf an Erziehungshilfen voraussichtlich sinken wird, wenn Alleinerziehende gefördert werden und dadurch etwa Arbeit oder einen Kitaplatz finden können. Denn fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten und inflexible Jobangebote stellen wohl das größte Problem der Alleinerziehenden in Bremen dar. In der Bremer Bevölkerung wird der geplante Aktionsplan für Alleinerziehende weitgehend positiv aufgenommen.

Bundesprogramm „Akti(F)“

Die Freie Hansestadt Bremen hat parallel dazu den Zuschlag für das Bundesprogramm Akti(F) – Aktiv für Familien und ihre Kinder erhalten. Das Akti(F)-Programm hat das Ziel, die Lebenswirklichkeit und gesellschaftliche Teilhabemöglichkeit für Familien zu verbessern, die unter Ausgrenzung und Armut leiden. Es richtet sich dabei vorwiegend an Eltern, jedoch auch an deren Kinder. Es wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert und verfügt daher über eine beträchtliche Menge an Fördergeldern. Durch dieses Programm sollen Alleinerziehende in Bremen ebenfalls mitgefördert werden, sodass eine ganzheitliche Verbesserung eintreten kann.