Bremer Bildungs- und Teilhabepaket

Das Bremer Bildungs- und Teilhabepaket ermöglicht Kindern, deren Eltern Sozialleistungen empfangen, an Schulfahrten teilzunehmen, in der Mensa zu essen, sowie Mitglied in Vereinen zu sein, ein Instrument zu lernen oder auch Nachhilfeunterricht zu bekommen. Mit dem sogenannten Bremen-Pass können diese Kinder somit am sozialen und kulturellen Bremer Leben teilnehmen.

In der freien Hansestadt Bremen nahmen im ersten Halbjahr 2019 etwa 60 Prozent aller Sozialhilfeempfänger das Bildungs-und Teilhabepaket in Anspruch. Im Vergleich dazu wurde das Bildungs-und Teilhabepaket bundesweit von lediglich 28 % der Sozialhilfeempfänger genutzt.

Warum nutzen nicht mehr Familien das Bildungs-und Teilhabepaket?

Problematisch am Bildungs-und Teilhabepaket ist, dass die Übernahme der Vereinsbeiträge oder der Musikschulsätze alleine in der Regel nicht ausreicht. Denn darüber hinaus werden regelmäßig hohe Kosten fällig. Die Eltern müssen dann etwa Sportausrüstung oder Musikinstrumente finanzieren. Dies betrifft nicht nur besonders teure Sportarten wie Fechten oder Tennis sowie kostspielige Musikinstrumente wie die Violine oder das Klavier. Selbst bei Sportarten wie Schwimmen reichen ein Badeanzug und ein Handtuch oft nicht aus, denn auf Wettkampfebene werden beispielsweise auch Startgelder fällig. Oft führen auch Sprachbarrieren dazu, dass das Bildungs-und Teilhabepaket nicht genutzt wird. Dies beginnt für viele Eltern bereits mit der komplizierten Antragstellung in deutscher Sprache.

Forderungen nach einer Kindergrundsicherung

Einige Stimmen fordern daher eine weitreichendere Lösung, etwa in Form einer Kindergrundsicherung. Darin sollen alle Leistunge für Kinder einkommensschwächerer Familien gebündelt werden. Dadurch kann auch die Vielzahl an Zuständigkeiten, sowie die Unübersichtlichkeit der Antragsverfahren vermieden und den Eltern die Antragstellung erleichtert werden. Hinsichtlich kostenfreier Mittagessen in Kitas und Schulen wurden die Hürden in Bremen bereits gesenkt, was zur Folge hatte, dass mehr Kinder dieses Angebot in Anspruch nehmen konnten. Viele Eltern schrecken auch davor zurück, sich bei den Ämtern als Bittsteller zu präsentieren oder kennen schlichtweg ihre Ansprüche nicht. Eine Bündelung der Leistungen in Form einer Kindergrundsicherung könnte daher massiv zum Kindeswohl in Bremen beitragen.