Schwache Konjunkturentwicklung im Jahr 2020

Für das Jahr 2020 rechnet die Bremer Handelskammer mit einer schwachen Entwicklung der lokalen Wirtschaft. Die Konjunktur leidet insbesondere unter den globalen Handelskonflikten, dem Brexit sowie der sich stetig ausbreitenden Pandemie des Corona-Virus (SARS-CoV-2).

Globale Herausforderungen

Da die Wirtschaft der Freien Hansestadt Bremen stark exportorientiert ist, hat die globale Wirtschaftssituation seit jeher einen großen Einfluss auf die Bremer Konjunktur. Besonders Großbritannien ist einer der wichtigsten Handelspartner Bremens. Wie der künftige Warenverkehr zwischen der EU und Großbritannien reguliert werden soll, ist bislang jedoch noch unklar.

Auch die Handelspolitik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump sorgt für Unruhe in der Wirtschaft. Denn die zahlreichen Embargos, die der Präsident gegen andere Länder verhängt und speziell der Konflikt zwischen den USA und China trübt das Klima auf dem Weltmarkt. Ein Krisenherd der anderen Art ist der sich ausbreitende Corona-Virus, der ein „Stress-Tests“ für die Bremer Wirtschaft darstellt. Nach aktuellen Schätzungen (Stand März 2020) wird mit einem weltweiten Rückgang des Wirtschaftswachstums um etwa fünfzig Prozent gerechnet. Dies ist vor allem auf die Folgen der wirtschaftlichen Probleme in China zurückzuführen.

Denn in unserem globalisierten Wirtschaftssystem sind die dortigen Schwierigkeiten aufgrund einer Unterbrechung der Lieferketten auch in Deutschland deutlich zu spüren. Grundsätzlich gilt die deutsche Wirtschaft jedoch weltweit als stabil, sodass Verzögerungen in der Logistik lediglich zu begrenzten Auswirkungen in der deutschen Produktion führen.

Forderung nach politischen Investitionen

Die Bremer Handelskammer fordert die Landesregierung auf, der schwachen Konjunktur mit verstärkten Investitionen entgegenzuwirken. Dadurch soll die Wirtschaft stabilisiert und Arbeitsstellen gesichert werden. Gefordert werden etwa Investitionen in die Bremer Straßeninfrastruktur und eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt, um den Einzelhandel zu fördern.

Daneben kündigte Bundesfinanzminister Olaf Scholz bereits an, dass die Bundesregierung Mittel zur Verfügung stellen würde, wenn aufgrund des Corona-Virus ein Konjunkturprogramm erforderlich sein sollte. Ob der Staat tatsächlich eingreifen muss, wird sich noch zeigen. Falls nötig, wird die Bundesregierung alle verfügbaren Mittel nutzen, um eine Rezession zu verhindern.